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Sanfte Illusionen - Rezensionen

"Carsten Otte ist sich treu geblieben. Wie in Schweineöde, nur weniger extrem, schildert er die Menschen auf ihrer Suche nach Glück. Die Wege, die sie dabei gehen, sind nicht immer nachvollziehbar, aber fast immer zu verstehen. Große Dinge geschehen in diesem lesenswerten Roman nicht, und das ist gut so. Es würde nicht passen. Es gibt auch keine Wegweiser ins Glück, nur sichtbar gemachte Stolpersteine und so manchen Seitenhieb. Und hinterher fragt man sich verblüfft: Wie kommt es nur, dass Nadelstiche so wohl tun?"

Hamburger Abendblatt, Frauke Kaberka

 

"Das Paradies liegt in Baden-Baden: Ein Park mit einer Wasserspielanlage, die einen Höhenunterschied von vierzig Metern überwindet, rundum flankiert von einer architektonisch sorgfältig inszenierten Villenbebauung aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Hier, im Paradies (so heißt das Viertel tatsächlich), lebt man fern von der Welt und den Zeiten. Hier lebt Benjamin Rust, eine der Figuren in Carsten Ottes neuem Roman, gemeinsam mit seiner Frau Wiebke. Das Haus hat Wiebke von ihrem Vater geerbt; Benjamin ist ein ziemlicher Waschlappen, arbeitet als Plakatkleber, weil er nichts anderes tun muss; regelmäßig trifft er sich mit Arnd Hoppe zu einem feudalen Abendessen im Parkhotel. Freunde sind die beiden nicht, aber sie spielen regelmäßig gegeneinander Tennis.
Arnd Hoppe wiederum ist Dreh- und Angelpunkt von Ottes durchaus gewitzt komponiertem Roman: Er, der unter Pseudonym erfolgreich Kitschromane verfasst hat, deren Protagonistin Tamara heißt, hat sich nun das ehrgeizige Ziel gesetzt, endlich ein literarisches Werk von Rang zu schreiben. Da trifft es sich gut, dass Benjamin sich soeben in eine Blumenhändlerin verliebt hat, die ganz zufällig auch eine Tamara ist. Der Kniff an Sanfte Illusionen ist folgender: Wir lesen ein Buch, innerhalb dessen einer der Charaktere ein Buch über die anderen Charaktere des Buches schreibt, das wir gerade lesen. Oder anders: Der Roman entsteht parallel zur Lektüre. Aus dieser Konstellation lassen sich erzähltheoretische Funken schlagen. Viel überzeugender allerdings ist, wie sorgfältig Carsten Otte das Netz von Beziehungen zwischen seinen Figuren knüpft und wie atmosphärisch stimmig er sie in das Kurstadtambiente einbettet.
Es ist ein Reigen von Szenen und Menschen, deren Ineinandergreifen mit Leichtigkeit vorgeführt wird. Man könne in dieser Stadt nichts unbemerkt tun, heißt es einmal, und so hat jeder irgendwie mit jedem und alles mit allem zu tun – Jost, der Oberkellner des Parkhotels, der seine Gäste genau kennt, und dessen Herzschwäche durch die Liebe kuriert wird; Tamara, deren hoch verschuldeter Blumenladen von Isabelle Varnhagen gerettet wird; Isabelle wiederum, die als Prostituierte im so genannten Schlösschen gearbeitet hat, bevor sie einen Fabrikanten und Kunstmäzen heiratete. Undsoweiter.
Die Absicherung Ottes dafür, seine Geschichte geradezu hemmungslos unterhaltsam heruntererzählen zu dürfen, liegt im Bauprinzip des Romans selbst – wenn ein Trivialautor wie Arnd Hoppe sich Plot und Personal für ein breites gesellschaftliches Panorama ausdenkt, darf dieses wiederum selbst auch ein wenig trivial sein. Die Frage, ob sich all das so glatt weglesen lässt, weil es nun trotz oder wegen seiner Banalität so gut ist, stellt sich von vornherein nicht. Man wird kalkuliert eingewickelt in diese hübsche, aber natürlich nicht immer heile Welt, so wie es schon der Baden-Badener Kurgast Hermann Hesse einst als Grundbedingung für seinen Aufenthalt formuliert hat: `Wir Kurgäste und Gichtiger sind ganz besonders darauf angewiesen, das eckige Leben so rund wie möglich zu nehmen, fünfe gerade sein zu lassen, uns keine großen Illusionen zu machen, aber dafür hundert kleine sanfte Illusionen zu schonen und zu pflegen.´”
Süddeutsche Zeitung, Christoph Schröder

 

"Carsten Ottes neuer Roman ist ein wunderbares Gegenstück zu seinem Debüt Schweineöde. Wenn Hermann Hesse eine Fernsehserie geschrieben hätte, wären es die Sanften Illusionen gewesen."

rbb radioeins, Knut Elstermann

 

"Gänzend deprimiert in Baden-Baden: Immer wieder gibt es Momente des Staunens über den Ernst und die Verletzlichkeit von Ottes Personal, über anrührend einfache, wahre Sätze, über unspektakuläre, aber persönliche Szenen."

Badische Zeitung, Jens Schmitz

 

"Was man immer schon ahnte, steht hier schwarz auf weiß: In dieser beschaulichen Kurstadt an der Oos mag es, oberflächlich betrachtet, ruhig und behutsam zugehen, doch in Wirklichkeit brodelt es an allen Ecken und Enden. Ein Autor schreibt Groschenromane am Fließband, ein Kunstsammler regiert selbstherrlich sein Metier, gleichzeitig ist er heillos verstrickt in lokale Geschichten. Otte findet immer den passenden Ton, sowohl bei der ersten schüchternen Annährerung seiner Figuren wie bei einer gescheiterten Liebesnacht. Gekommt formuliert er den Reiz heimlicher Begierden sowie das nach außen gekehrte Leugnen selbiger, auch ein Textbaustein für einen dieser Liebesromane klingt überzeugend. Ebenso gut thematisiert er innere Unruhe, das Sträuben gegen die scheinbare Behäbigkeit dieser Stadt, das in aggressiv-spektakulären Aktionen mündet, die letztlich doch vergeblich sind. Bei all diesen selbstzerstörerischen und zersetzenden Tendenzen bleibt Otte ein wohlwollend interessierter Beobachter, dem nichts Menschliches fremd ist. Sanfte Illusionen ist ein kurzweiliges Porträt über Baden-Baden, das gerade mit seiner Brüchigkeit Lust macht auf einen Besuch dieser Stadt."

Stuttgarter Nachrichten, Armin Friedl

 

"Wie es Carsten Otte gelingt, sein Romanpersonal vor einer überschaubaren Zahl an Schauplätzen durcheinanderzuwirbeln, es in ständig neuen und für den Leser überraschenden Konstellationen zu zeigen, ist durchaus beeindruckend. Alles und jeder sind miteinander verwoben und verflochten. Man kann dies als Abbild provinzieller Enge, aber auch als überlegenes Spiel des Autors lesen. Kaum eine Person wird erwähnt, die nicht in irgendeiner Weise in Beziehung zu den Hauptfiguren stünde, und sei es nur, dass an längst vergangene Geschichten erinnert wird. Der Eindruck netzartiger Verflechtung wird noch durch die Erzähltechnik Ottes verstärkt, der ständig die Figurenperspektive wechselt, so dass der Roman insgesamt aus vielen Mosaiksteinen besteht, die der Leser zusammensetzen und zueinander in Bezug setzen muss.

Was auf diese Weise entsteht, ist ein böses, sarkastisches, aber teilweise auch rühriges Bild einer Kurstadt, die stets mehr scheinen will, als sie ist, und hinter deren glänzender Oberfläche manche Abgründe lauern. Allerdings verharrt der Roman nicht auf dieser eher konventionellen Ebene - Baden- Baden gerät auch immer wieder zum Abbild des ganzen Landes, an dem sich die Zukunft einer alternden, kinderfeindlichen Gesellschaft mit ihren starken Gegensätzen zwischen Arm und Reich wie in einem Brennspiegel konzentriert: `Baden-Baden ist, wenn man's genau betrachtet, die Stadt der Zukunft. Keine Kinder, keine Tiere. Und eine Party im Puff.´

Sanfte Illusionen ist aber auch ein Roman über die Generation der Enddreißiger und Vierziger, die sich in kinderlosen Ehen oder ihrem Singledasein mehr schlecht denn recht durchs Leben schlägt und der das Erbe der Eltern zur Last wird. Von den großen Träumen hat man längst Abschied genommen, ein Arrangieren mit dem Alltag ist gefragt: `Wir Kurgäste und Gichtiker sind ganz besonders darauf angewiesen, das eckige Leben so rund wie möglich zu nehmen, fünfe gerade sein zu lassen, uns keine großen Illusionen zu machen, aber dafür hundert kleine sanfte Illusionen zu schonen und zu pflegen.´ Wenn sich Tamara diese Hesse-Worte in ihr Schaufenster hängt und sie mehr und mehr zum Lebensmotto erhebt, so kann sie ihr herabgestimmtes persönliches Glück am Ende des Romans, die Geburt ihres Sohns Mario, der ihrer verkorksten Affäre mit Benjamin entstammt, und die Heirat mit Jost, doch noch finden."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Thomas Meissner

 

"Anhand von vielen spannenden, ineinander greifenden Episoden entwickelt Carsten Otte eine zeitaktuelle Sozialstudie der heutigen Ü30-Generation. Die Figuren bewegen sich auf der dekadenten High-Society-Bühne eines Edelpuffs genauso wie in den Niederungen der zermürbenden Welt der Arbeitslosigkeit. Sie speisen im Allerweltsgrill ebenso wie im elitären Nobelhotel und verbringen dank des Jugendwahns das halbe Leben im Fitnesstudio zwischen Wanderungen auf dem Stepper und Bauch-Beine-Po-Kursen. Der Leser blickt in die unverschnörkelte Realität der heute sichtlich auseinander driftenden Welt der Gewinner und Verlierer des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Schauplatz für das vielschichtige Geflecht aus Beziehungskisten ist die Kurstadt Baden-Baden in ihrer grünen Schönheit, aber auch demograpischen Überalterung, in ihrer Provinzialität und Liebenswürdigkeit."

Kölner Illustrierte

 

"So nett, wie Carsten Otte wirkt, das kann doch nicht echt sein, schon allein seine Romanfiguren, mit einem Höllenspaß lässt er sie die peinlichsten Dinge tun."

rbb kulturradio, Tomas Fitzel

 

"Auch wenn es ein Kurbad mit Konzerthalle, Museum und internationalen Gästen ist: Baden-Baden bleibt Kleinstadt mit all ihrem Klatsch und Tratsch. Carsten Ottes Roman Sanfte Illusionen zeichnet ein Bild von bittersüß bis bitterböse."

Frau im Spiegel

 

"Die Kurstadt Baden-Baden ist schon häufiger Schauplatz einer Romanhandlung gewesen, aber so differenziert und schonungslos ist sie wohl noch nie beschrieben worden wie in Sanfte Illusionen, dem zweiten Roman des 34-jährigen Autors Carsten Otte. Wie schon in seinem Debüt Schweineöde, das den Standort Oberschöneweide beschrieb, achtet er auf ein ausgewogenes Verhältnis von literarischen Anspielungen und reportierend-realistischen Gegenwartsdarstellungen. Carsten Otte arbeitet als Journalist und Radiomoderator und erholt sich zwischenzeitlich von der Tagesaktualität, indem er sich monateweise auf die Insel Sylt oder in den Schwarzwald zurückzieht, um solche ausgesprochen lesbare und welthaltige Prosa zu schreiben, die von den Lebenszielen seiner Generation handelt. Das Erfrischende an diesem Buch ist, dass es kein Weltuntergangslamento anstimmt, sondern fast so etwas wie eine sanfte Vision hin zum Guten, Schönen, Wahren entwickelt."

NDR Kultur, Ulrike Sárkány

 

"Sanfte Illusionen schildert keine Postkartenidylle. Humorvoll, augenzwinkernd, mit subtiler Ironie und manchmal auch etwas wehmütig spürt der Autor zwischen Parkanlagen, Bädern und Kurhotel sowie unter Kunst-, Blumen- und Tortenexperten den Sehnsüchten seiner Helden nach."

Badisches Tagblatt, Renate Dülk

 

"Die Kunst und das Triviale jagen einander im Kreis herum, so wie die Figuren dieses Buches sich und den Leser unablässig an der Nase herumführen. Wer liebt oder hasst hier wen und warum, und wie verlässlich sind diese Gefühle? Ottes Roman bleibt, dank der verschiedenen Perspektivwechsel, dank des raffinierten Wechsels von literarischer Ambition und ausgestellter Trivialität in der Schwebe. Wer beherrscht hier eigentlich wen, der Autor seine Figuren – oder sie ihn? Arnd Hoppe hat Tamara, Isabelle, Benjamin und all die anderen in die Freiheit ihrer verqueren Lebensläufe entlassen, und also ihr Leben in Kunst verwandelt."

junge Welt, Jörg Schieke 

 

"Es war ein Abend der Balladen, ein Abend der großen Stille, obwohl einmal mehr viel geredet wurde bei der Schöner Abend Show. Mit sicherem Gespür hatte sich Stefan Maelck mit dem Schriftsteller Carsten Otte und der norwegischen Band Minor Majority Gäste auf die Couch geladen, die auf einer Wellenlänge funken. Mit Sanfte Illusionen hat Otte eben ein Buch vorgelegt, das die alten Traditionen des Kurstadt-Romans aufgreift: Elegisch erzählt Otte seine Geschichten, die mehr schmunzeln lassen als lachen machen. Im Gespräch allerdings ist der Autor dem Gastgeber ein aufgeräumter, um keinen Kalauer verlegener Partner. Wie tausendmal geprobt spielen sich Maelck und der Jung-Literat die Bälle zu, es geht um Vorbilder wie Ford Madox Ford, um Literatur als Provokation und ein bisschen auch um die DDR, der der im Westen geborene Otte `ostalgisch hinterhertrauert´, wie er sagt. `Wenn ich nur an die riesigen Auflagen denke, die Schriftsteller aus dem Westen im Osten hatten.´"
Mitteldeutsche Zeitung, Steffen Könau

 

"Wer Baden-Baden liebt, wird vermutlich leiden. Obwohl Carsten Ottes lakonisch-süffiger Gesellschaftsroman vor Schwarzwaldkulisse weniger als Stadtportrait, sondern wohl mehr als ein abgründiger Kommentar zu einer westdeutschen Spät-Nachwendebefindlichkeit gelesen werden will. Otte, der selber in Baden-Baden lebt, zeichnet sein Deutschlandbild vor der prachtvoll-morbiden Kulisse des Kurstädchens als Portrait einer herunterkommenden Diva. Man hat bessere Zeiten gesehen. Das ist der sehnsüchtige cantus firmus der sich mal wehmütig, mal boshaft durch die Geschichten vom Lieben und Sterben der eng verwobenen Kurstadtschickeria und ihrer Dienstleister zieht. Man lebt von der Substanz, von der Erinnerung, vom alten Geld, von dem, was die Eltern aufgebaut haben. Man leistet sich Couture, Kunst und Kulinaria, man besucht das Bad und das Bordell. Die Alteingesessenen erscheinen als Nachlassverwalter einer als glanzvoll empfundenen Vergangenheit, die doch schon längst unterwandert und ausgehöhlt ist - von McGeiz und Marlbororomantik. Man wohnt zwar noch `Im Paradies´, aber auch das ist – wie die beständig schöne Aussicht - nur im Suff zu ertragen. Die Firniss über der Vergänglichkeit ist hauchdünn. Es wird recht viel gestorben, und Kinder sind Mangelware. Eine größere Hoffnung hat in diesem Baden-Baden kaum noch jemand. Der Transzendenzverlust materialisiert sich in geschlossenen Kapellen und Kirchenglocken in Moll: Ein Ort, der an sich selbst zugrunde geht. Nur sanfte Illusionen und deren Derivate machen das Leben leichter.

Dass man diesen Roman dennoch über weite Strecken hoch amüsiert liest, hat viel mit der Ästhetik zu tun, für die der 35-jährige Autor sich entscheidet. Sie lebt von einer gelungen Kreuzung zwischen einem hintergründigen `Six Feet Under´-Humor und der Lakonie eines Otto Flake. Zwischendrin grinst es grotesk, treibt die Alltagskomik seltsame Blüten, und die allgegenwärtige Sehnsucht nach Lebensintensität zieht klebrige Fäden."

Zeitzeichen, Evamaria Bohle

 

"Nach seinem Debüt mit Schweineöde, einer bizarren Wende-Satire, hat sich Otte nun dem eher gutbürgerlichen Leben in der traditionsreichen Kurstadt Baden-Baden  zugewandt. Während sich andere Kurorte im touristischen Konkurrenzkampf weiterentwickelt haben, zu modernen Wellness-Tempeln wurden, hat in Baden-Baden das Flair der Belle Epoque überlebt. Hier ist der Ort vor allem Kulisse für die Inszenierung eines vornehmen Lebens fernab von sozialen und politischen Krisen. Sanfte Illusionen nimmt die Selbsttäuschungen, die heroischen Ambitionen zum Anlaß, um mit viel Witz Schlaglichter auf das verstaubte Kurstadt-Idyll zu werfen."

Schweriner Volkszeitung, Renate Kruppa

 

"Carsten Otte hat einen speedigen Kurroman geschrieben, der überhaupt nichts Behäbiges einer so genannten Gesundungs- und Promenierstadt an sich hat. Die Figuren fallen ständig aus allen Wolken, wenn sie über sich reflektieren, aber sie fallen sanft und in ein Bett voller schöner Sätze. Die Moral von der Geschichte heißt schlicht, dass es zwischen Kitsch und Wahnsinn keinen Unterschied gibt. Wer sich als Held eines Groschenromans begreift, dem frisst die Realität aus der Hand. – Ein skurril lustiger und gnadenlos hilfreicher Roman!"

Lesen in Tirol, Helmuth Schönauer

 

"Illusionen ja, sanft nein! Auch wenn die Schicksale der schillernden Protagonistentruppe mit leisen Tönen erzählt werden, so sind sie doch zum Teil himmelschreiend. Ottes Zweitwerk ist ein gnadenloser Blick auf Bürgertum und Pseudo-Boheme - ironisch und zugleich liebevoll."

Schwarzwälder Bote

"Carsten Otte legt ein unterhaltsames Märchen in moderner Version vor. Wer würde sich nicht wünschen mit einer reichen Frau wie Isabelle Varnhagen befreundet zu sein und einem zuverlässigen Prinzen wie Jost Niemayer zu begegnen. Ob es solche Menschen wirklich gibt? Wir treffen sie allerdings selten. Für jedes Alter ist Sanfte Illusionen empfehlenswert zu lesen."
Berliner Literaturkritik, Svetlana Bedanov

 

"Die Sanften Illusionen erinnern mich an die Lindenstraße. Wann wird der Roman verfilmt?"

WDR 1Live, Mike Litt

 

"Unglaublich unterhaltsam."

blond magazine, Amelie Nölker

 

"Carsten Otte hat seine Umgebung genau beobachtet, spielt geschickt mit den Erzählperspektiven und zeigt, daß gut verpackter Provinz-Kitsch durchaus erfrischend und amüsant ist."

Hamburger Morgenpost, Swantje Dake

 

"Otte gelingt es, mit ironischem Unterton der Baden-Badener Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten."

SWR4 Badenradio, Patrick Neumann

 

"Seine Romanfiguren kämpfen mit einem Arbeitsmarkt, auf dem sie niemand braucht, stehen vor dem Konkurs oder suchen eine neue Identität. Kurz: Sie erleben Krisen, Alltag jenseits des Märchenhaften, das Baden-Baden ausstrahlt."

Badische Neueste Nachrichten, Edith Kopf

 

"Carsten Ottes Sanfte Illusionen ist ein literarisch ambitionierter, unterhaltender und elegant geschriebener Roman."

etcetera, Klaus Fischer

 

"Wie ein Ohrwurm von Tokio Hotel." Kreiszeitung, Johannes Bruggaier

 

Das Phänomen Kurstadt. Ralf Caspary im Gespräch mit Carsten Otte

SWR2 Impuls

 

"Ein moderner Gesellschaftsroman, mit leichter Hand geschrieben, mit leichtem Augenzwinkern und doch nichts von boulevardhafter Oberflächlichkeit – im Gegenteil.
Ein Roman, der in sehr schöner Sprache das heutige Leben in einer traditionsreichen Kurstadt beschreibt und sich durchaus mit den großen Gesellschaftsromanen der Vergangenheit messen kann. Man kommt nicht umhin, seine eigentlich ganz normalen Akteure einfach zu lieben."

Büchervielfrass

 

"Wirklich große Träume haben sie eigentlich alle nicht, diese Enddreißiger und Vierziger, die weder ihre kinderlosen Ehen noch das Singledasein mit dem Wörtchen Glück verknüpfen würden. Dass dieser verwobene Reigen aber zwischen himmelblauen Sentenzen und Anflügen schwarzen Humors so manches mal böse funkelt, liegt mal an den immer wieder wechselnden Perspektiven der Figuren, mal an der nobelprovinziellen Beiläufigkeit, mit der selbst von gar nicht weither gemeldete Katastrophen im emsigen Betrieb des ach so gewichtigen eigenen Lebens schlichtweg – zur Kenntnis genommen werden. Da ist es geradezu folgerichtig, wenn dieser vordergründig leichtfüßige Roman dann so tamaramäßig endet, als würde Arnd Hoppe seine Groschenhefte doch noch weiterschreiben. Fazit: ein lockeres Lesevergnügen, das jedoch zuweilen kleine aber gar nicht immer feine Abgründe auftut."

Buchrezensionen-Online, Wolfgang A. Niemann

 

"Endlich gibt es einen Roman, der Großstadtkindern erklärt, was ihre Kollegen aus der Provinz durchgemacht haben. Nämlich nicht viel. Carsten Otte beschreibt in seinem zweiten Roman Sanfte Illusionen das Leben verschiedener Menschen, die alle im Raum Baden-Baden leben und einander dort begegnen. Dabei passt Otte seine Sprache an die jeweiligen Protagonisten an, wechselt die Figurenperspektive und hat ein exaktes Gespür für die Schwächen und Stärken seiner Charaktere. Alle kleinen und großen Helden stehen in einer Beziehung zueinander, kennen sich als Privat- oder Geschäftsmenschen, wobei die Übergänge fließend sind. Es ist auf jeder einzelnen Seite unterhaltend und interessant, was die – überwiegend reichen – Menschen in der Kurstadt gegen ihre Langeweile tun: Da prostituiert sich die Millionärsgattin aus Geltungsbedürfnis zum Nulltarif im Bordell. Ihr Gatte, ein unsympathischer Kunstsammler, versucht indes seine Kuratorin zu verführen. Ein ehemaliger Verleger, der seiner kranken Frau zuliebe die Arbeit niedergelegt hat und nun zum Zeitvertreib Werbeplakate in der Stadt aufhängt, verliebt sich in eine mittellose Blumenhändlerin. Die Begegnungen, von denen Otte erzählt, wirken zuweilen bizarr und illuster, sind dabei aber immer nah am Leben."

Ottfried, Kira-Katharina Brück

 

Produktion: flamme rouge gmbh // © Carsten Otte