Buch

Carsten Otte

Der gastrosexuelle Mann

Kochen als Leidenschaft

Sachbuch

Campus Verlag, Frankfurt/M., 240 S.,

Erscheint am 13. August 2014

Es gibt eine neue Sorte Mann. Und die denkt fast immer nur an das eine: Kochen. Der gastrosexuelle Mann investiert in ausgefallenstes Kochwerkzeug, kennt die exakte Sous-vide-Gartemperatur von Rindfleisch und macht aus jedem Amuse-Gueule ein wahres Vorspiel. Seine Leidenschaft erwacht nicht unterm Auto, sondern in der Küche.

Carsten Otte – selbst betroffen – erklärt in seinem so schonungslosen wie humorvollen Porträt, was die neue, sich schnell vermehrende Spezies ausmacht. Otte weiß, warum Espressophilosophen und Texturenjunkies dazugehören – Wochenendgriller aber keinesfalls. Klar ist: Wenn „Mann“ in der Küche entflammt und seine neue Geliebte die Eismaschine ist, ändert sich das Leben der Angehörigen. Doch keine Angst, diese neue Leidenschaft hat schmackhafte Vorteile für alle Beteiligten!

Carsten Otte

Warum wir

Roman

Klöpfer und Meyer, Tübingen 2014, 281 S.

„Carsten Otte nähert sich seinem traurigen Romanhelden mit großem Einfühlungsvermögen.“ Jochen Schimmang

Ein sommerlicher Tag am Badesee. Es duftet nach Pommes, Kinder spielen im Wasser. Jan und Nina genießen das Familienidyll. Er freut sich, zum ersten Mal Vater zu werden, und sie ist glücklich, dass ihre dritte Schwangerschaft gut verläuft. Eher beiläufig erwähnt Nina einen Termin beim Pränataldiagnostiker. Babyfernsehen und Bluttest, sagt sie, dann sind wir auf der sicheren Seite. Doch die Ultraschallbilder liefern erste Hinweise auf Fehlbildungen. Nach quälenden Untersuchungen steht die Diagnose fest: Trisomie 13. Und jetzt? Was tun? Ein Albtraum beginnt.

„Warum wir“ ist ein Sozialdrama, das im Stil eines Schauerromans von dem verzweifelten Wunsch einer Familie erzählt, weder die Gerätemedizin noch den Himmel über ein Leben auf Erden entscheiden zu lassen.

Carsten Otte

Goodbye Auto

Ein Leben ohne Führerschein

Sachbuch

Goldmann Verlag, München 2009, 352 S.

„Amüsant und selbstironisch“, NDR Kultur

Was früher selten vorkam, wird immer häufiger: Ein Leben ohne Führerschein. Die einen können sich ein Auto trotz Abwrackprämie und vorübergehender Steuerbefreiung nicht leisten. Die anderen wollen, dem Klimawandel sei dank, auf das stinkende Gefährt aus ökologischen Gründen verzichten. Das Auto wird zum Auslaufmodell. Was nicht heißt, daß es in Zukunft keine schicken Personenkraftwagen mit vier Rädern geben wird. Eines Tages werden uns kleine Rollroboter mit geräuschlosem Öko-Motor sicher über die Straßen lenken. Mögen Sturköpfe zukünftig noch im Monsterauto sitzen und selber Gas geben wollen, weil´s im rechten Fuß oder sonstwo zuckt, der Automobilismus des 20. Jahrhunderts, Ausdruck groß- und spießbürgerlicher Freiheitseinbildungen, wirkt längst antiquiert. Tödliche Unfälle, kilometerlange Staus und Parkplatzsuche – über die unzivilisierte Autowelt werden sich kommende Generationen nur noch wundern.

Carsten Otte war in dieser Hinsicht unbeabsichtigt Avantgarde: Er hat sich nie um eine Fahrerlaubnis bemüht. Nach 36 Lebensjahren verabschiedet er sich mit diesem Buch endgültig von der Vorstellung, den Lappen doch noch zu machen. In Goodbye Auto erzählt er kurze Geschichten seines mal komischen, mal anstrengenden Lebens ohne Führerschein.

Carsten Otte

Sanfte Illusionen

Roman

Eichborn Verlag, Frankfurt a. M. 2007, 370 S.

„Geradezu hemmungslos unterhaltsam“, SZ

Arnd liefert zwei Groschenhefte im Monat. Als die Roman-Reihe eingestellt wird, schreibt er die Geschichte seines Freundes Benjamin auf. Der verliebt sich in Blumenhändlerin Tamara, will aber Ehefrau Wiebke nicht verlassen. Arnd erzählt das Liebesdrama als Portrait einer kurstädtischen Klassengesellschaft: Der herzkranke Kellner Jost kämpft, ohne auf die Gesundheit zu achten, um seinen Job im eleganten Parkhotel. Isabelle, Gattin eines Kunstsammlers, engagiert sich als Mäzenin der Einzelhändler. Tamara wehrt sich gegen die Hilfe der reichen und einsamen Gönnerin. Aber erst als sie sich von ihren Vorurteilen zu lösen beginnt, findet sie einen Weg in die Nische ihres Glücks.

Mit leiser Ironie auch in lauten Szenen, mit einer Sprache, die sich an die großen und kleinen Helden des Romans anschmiegt, erzählt Carsten Otte vom immergrünen Charme der Bourgeoisie.

Carsten Otte

Schweineöde

Roman

Eichborn Verlag, Frankfurt a.M. 2004, 260 S.

„Durchaus überzeugend“, FAZ

Der junge Kuballa aus Bonn zieht direkt nach der Wende in den Ostberliner Arbeiterbezirk Oberschöneweide, im Volksmund treffend Schweineöde genannt. Gelangweilt von den Genüssen des elterlichen Nobelrestaurants begreift er die Ex-DDR als Abenteuerspielplatz. Seine Haltung ist eine Provokation für die Leute in Schweineöde, die mit der Verwahrlosung ihres Kiezes zu kämpfen haben. Kuballa bleibt fast ein Jahrzehnt und leistet seinen Beitrag zur Wiedervereinigung, indem er die ehemalige Thälmannpionierin Jana verführt, seinen Nebenbuhler in den Knast bringt und die lokale Mittelstandsvereinigung zur Lynchjustiz treibt. Die deutsch-deutsche Annäherung wird schließlich zum Horrortrip: Kuballa verfällt einem grotesken Wahn. Er hält sich für den größten Stasispitzel aller Zeiten, überwacht seine Nachbarn, kontrolliert deren Post und macht ihnen, gemäß dem historischen Vorbild, das Leben zur Hölle. Ein literarischer Amoklauf gegen Ostkitsch und gefühlsduselige Wenderomane.